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Zwei Tage Diplomatie ohne Durchbruch — und die weiße Flagge, die Trump von Teheran fordert

Kushner pendelte zwei Tage zwischen Hamas und Netanjahu; das Ergebnis war Einigkeit über den Mechanismus, nicht über den Krieg. An der anderen Front forderte Trump von Iran die Kapitulation und drohte Oman mit Bombardierung — genau am sechzigsten Tag des Zwischenabkommens.

Die Fregatte USS Taylor passiert einen Tanker in der Straße von Hormus
Durchfahrt durch die Straße von Hormus; US Navy, gemeinfrei

Montag, 17. August 2026 — ein Tag der Fristen. Sechzig Tage nach dem Zwischenabkommen zwischen Washington und Teheran drohen beide Seiten erneut mit Eskalation; in Gaza endete eine zweitägige Vermittlungsreise des US-Gesandten Jared Kushner mit einem Mechanismus, aber ohne Durchbruch. Wer an diesem Tag beide Fronten liest, liest eine Region, in der niemand mehr zurückweichen will.

Die Straße von Hormus: Tag sechzig eines zerrissenen Abkommens

Das Zwischenabkommen vom Juni hatte ein sofortiges und dauerhaftes Ende der militärischen Operationen an allen Fronten erklärt. Es hielt keine sechs Wochen: Donald Trump nannte es am 7. Juli beendet, das iranische Außenministerium erklärte es eine Woche später für ausgesetzt, berichtet Reuters. In dem Memorandum hatten sich beide Seiten verpflichtet, binnen höchstens sechzig Tagen — verlängerbar im gegenseitigen Einvernehmen — über ein endgültiges Abkommen zu verhandeln, einschließlich des iranischen Atomprogramms. Genau dieser sechzigste Tag war der Montag. Was aus dem Memorandum wurde, erzählt Hormus: der Stillstand; dass solche Papiere auch früher zerfielen, zeigt das Memorandum von Versailles.

Trump forderte Iran in einem Telefoninterview mit Fox News, das Reuters zitiert, zur Kapitulation auf: Sie sollten die weiße Flagge hissen. Auf die Frage nach den Gesprächen zwischen Oman und Iran über die Wiederaufnahme der Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus — einer Wasserstraße, durch die vor den US-amerikanischen und israelischen Angriffen Ende Februar etwa 20 Prozent des weltweit gehandelten Öls und Flüssiggases führten — warnte er: Wenn Oman im Weg stehe, werde es bombardiert. Der Streit um Hormus treibt die Kraftstoffpreise und damit den Druck auf Trump in die Höhe, einen Krieg zu beenden, der vor den Zwischenwahlen im November unpopulär ist; die Wahlen, sagte Trump, hätten mit seinem Denken nichts zu tun. Am Morgen schrieb er auf seiner Plattform, das Ziel Nummer eins sei und bleibe, dass Iran in keiner Form eine Atomwaffe besitze.

Ein hochrangiger iranischer Vertreter sagte Reuters, Teheran habe wegen der Sackgasse seine Strategie von defensiv auf vollständig offensiv umgestellt. Wird das Zwischenabkommen nicht binnen Wochen vollständig umgesetzt, werde Iran die Spannungen in der Straße von Hormus und darüber hinaus verschärfen und angreifen.

Gaza: Einigkeit über das Verfahren, nicht über die Sache

Zwei Tage, zwei Treffen, zwei Darstellungen. Am Sonntag traf Kushner in Kairo den politischen Führer der Hamas, Khalil al-Hayya — zwei Stunden, mit zwei weiteren Gesandten und Vertretern der Vermittler Ägypten, Katar und Türkei, berichtet die Associated Press. Am Montag saß er in Jerusalem mehrere Stunden mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zusammen; auch Nickolay Mladenov, der Direktor des von den USA geschaffenen Friedensrats, nahm teil, wie Reuters unter Berufung auf zwei mit der Sache vertraute Quellen meldet.

Das Büro Netanjahus sprach von einem tiefen und konstruktiven Gespräch und von zwei vereinbarten Arbeitsgruppen — eine für Entwaffnung und Entmilitarisierung, eine für Gesundheit und sauberes Wasser. Die Entmilitarisierung müsse schnell und vor jedem Wiederaufbau abgeschlossen sein, heißt es in der Erklärung. Ein Vertreter des Friedensrats sagte Reuters, man habe sich auf einen Weg nach vorn geeinigt; Einzelheiten nannte er nicht. Der israelische Vertreter hingegen sagte, einen Durchbruch habe es nicht gegeben: Netanjahu habe klargestellt, dass die Armee nicht hinter die im Oktober-Waffenstillstand gezogene Linie zurückweichen und ihre Operationen fortsetzen werde — auch gegen Beteiligte des Angriffs vom 7. Oktober 2023. Die Hamas verlangt den Stopp der Angriffe und den Rückzug vor Beginn der Umsetzung. Seit Oktober wurden nach Reuters mehr als 1200 Palästinenser und vier israelische Soldaten in Gaza getötet. Israel hält etwa 60 Prozent des Gebiets besetzt, in dem rund zwei Millionen Menschen leben. Den Hintergrund der Gespräche zeichnen die Fünfzehn-Punkte-Route und die Anatomie des Krieges 2026.

Ben-Gvir: Jede Nacht 30 bis 40

Die israelische Innenpolitik legt ihr eigenes Gewicht auf diese Rechnung. Am Sonntag veröffentlichte Äußerungen von Itamar Ben-Gvir, Minister für nationale Sicherheit und extremer Flügel der Koalition, zeigen, wohin sich der Wahlkampf bewegt. Gegenüber dem freigelassenen Ex-Geisel Rom Braslavski sagte er, berichtet die Associated Press: Es sei kein Geheimnis, dass er dem Ministerpräsidenten widerspreche; in Gaza sollten gezielte Tötungen durchgeführt werden, jede Nacht 30 bis 40; dort gebe es Menschen, die des Lebens nicht würdig seien — sie seien gar keine Menschen. Ähnliche Äußerungen wurden früher dem Internationalen Gerichtshof als Beleg für Völkermordabsicht vorgelegt; Israel weist das zurück. Die israelischen Medien berichteten kaum darüber — im Vorfeld der Wahlen vom 27. Oktober, für die die Likud an diesem Montag ihre Kandidaten aufstellte und bei denen die Rechtswende der Mitglieder, so Reuters, Netanjahus Chancen gefährden könnte.

Der wichtigste Name, der in keiner Schlagzeile stand: Bahar Schadmehri

Bahar Schadmehri, siebzehn Jahre, getötet in Nischapur
Bahar Schadmehri; Gedenkfoto, veröffentlicht von Javidan Iran

Die Schlagzeilen dieses Tages ließen keinen Platz für einen Namen: Bahar Schadmehri, siebzehn Jahre alt, aus Nischapur. Nach Javidan Iran wurde sie am Abend des 19. Dei durch direkten Beschuss der Unterdrückungskräfte getötet. Ein virales Video vom Moment des Treffers zeigt, wie sie bei den Schüssen zu fliehen versucht und von hinten getroffen wird; begraben wurde sie im Dorf Schadmehrk bei Nischapur. An einem Tag, an dem Diplomatie und Drohungen um das Schicksal der Region verhandeln, erinnert sie von der anderen Seite der Gleichung daran, dass das Gewicht jeder Entscheidung auf jemandem lastet, der an keinem Verhandlungstisch einen Platz hat.## Fazit

Drei Nachrichtenlinien, ein Bild: In Gaza hat die amerikanische Diplomatie den Verhandlungsapparat gebaut, aber keine Seite ist von ihrer Position abgerückt. In der Straße von Hormus vergeht der sechzigste Tag des Abkommens unter Drohungen aus beiden Richtungen. Und in Tel Aviv gibt der Oktoberwahlkampf den Extremisten Raum. Was von diesem Punkt ausgeht, wird entweder aus Kairo und Jerusalem kommen — oder aus Hormus.

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